07 May 2026, 22:10

Kostenexplosion im Teilladungsverkehr trotz stagnierender Sendungsmengen

Balkendiagramm mit der Bezeichnung "Globaler Containerfrachtindex", das die jährlichen Containerfrachten zeigt.

Kostenexplosion im Teilladungsverkehr trotz stagnierender Sendungsmengen

Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen weiter – trotz stagnierender Sendungsmengen

Die Ausgaben im deutschen Stückgut- und Teilladungsverkehr (LTL) klettern weiterhin, obwohl die transportierten Mengen nahezu unverändert bleiben. Wie aktuelle Zahlen des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) zeigen, stiegen die prozessbezogenen Kosten pro Sendung in der zweiten Jahreshälfte 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent. Branchenvertreter warnen, dass weitere Effizienzsteigerungen allein den Aufwärtstrend nicht aufhalten könnten.

Der DSLV-Sammelgut-Kostenindex, der halbjährlich veröffentlicht wird und die Entwicklung der Prozesskosten in Stückgutnetzen abbildet, verzeichnete im zweiten Halbjahr 2025 einen Anstieg der Betriebskosten um 4,2 Prozent. Treiber dieses Wachstums waren vor allem Investitionen in neue Technologien und Infrastruktur sowie steigende Personalkosten.

Lohnkosten, die etwa 51 Prozent der gesamten sendungsbezogenen Ausgaben ausmachen, erhöhten sich um 3,7 Prozent – eine direkte Folge der zum 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Palettenhandling um 6,4 Prozent, wobei die Preise für Paletten allein um rund 21 Prozent in die Höhe schnellten.

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Die Sendungsmengen in den LTL-Netzen gingen leicht zurück und verringerten sich im Jahresvergleich um 0,1 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Umschlagterminals um vier Standorte, wodurch sich die Sendungen stärker auf die Depots verteilten. Dadurch sank die durchschnittliche Anzahl der Sendungen pro Depot um 3,3 Prozent. Die Ausgaben für Kraftstoff und Maut blieben hingegen stabil und dämpften so den Gesamtkostenanstieg.

Der DSLV betont, dass die Branche ihre steigenden Kosten durch interne Effizienzmaßnahmen kaum noch auffangen kann. Ohne zusätzliche Lösungsansätze droht ein weiterer Druck auf die Margen.

Die aktuellen Daten zeichnen ein schwieriges Bild für den deutschen Teilladungsverkehr: Während die Kosten für Sprit und Maut konstant bleiben, treiben vor allem Personal- und Palettenausgaben die Gesamtkosten in die Höhe. Angesichts stagnierender Sendungsmengen und nachlassender Effizienzgewinne müssen Logistikunternehmen möglicherweise neue Strategien entwickeln, um die wachsende finanzielle Belastung zu bewältigen.

Quelle