07 May 2026, 06:10

Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel

Diagramm, das die Organisationsstruktur eines Unternehmens mit Phasen des Unternehmenswachstums darstellt, die durch Pfeile verbunden sind, wobei jeder Kasten die Rollen und Verantwortlichkeiten beschreibt.

Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel

Jungheinrich kündigt Führungswechsel nach starkem Gewinnrückgang an

Nach einem deutlichen Einbruch der Erträge hat der Staplerhersteller Jungheinrich einen weitreichenden Wechsel in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Die Finanzvorständin Heike Wulff wird das Unternehmen auf Basis einer einvernehmlichen Entscheidung mit dem Aufsichtsrat verlassen. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit wachsenden finanziellen und operativen Herausforderungen konfrontiert ist.

Das in Hamburg ansässige Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal einen starken Rückgang der Erträge. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein. Ein Streik im Werk Lüneburg sowie der verschärfte Wettbewerb in der Branche belasteten die Gewinnmarge zusätzlich.

Der Aufsichtsrat und Wulff einigten sich darauf, ihr Vorstandsmandat nicht zu verlängern. Bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist, wird Vorstandschef Lars Brzoska die Finanzverantwortung übernehmen. Er wird die Abteilung kommissarisch leiten, während er gleichzeitig seine Funktion als CEO weiter ausübt.

Jungheinrich bleibt weiterhin stark in Familienhand. Die Nachkommen des Firmengründers halten über 54 Millionen nicht börsennotierte Stammaktien 53 Prozent der Anteile. Diese sind gleichmäßig auf die Familien der beiden Töchter Friedrich Jungheinrichs aufgeteilt. Daneben werden 45 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien im MDAX gehandelt, größtenteils im Streubesitz.

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Die Krise des Unternehmens hat auch den Börsenwert hart getroffen. Seit Ende 2025 ist die Marktkapitalisierung von Jungheinrich um fast 30 Prozent eingebrochen und liegt derzeit bei rund 2,6 Milliarden Euro.

Mit Wulffs Abgang übernimmt Brzoska vorerst die Leitung des Finanzressorts. Das Unternehmen steht nun vor der Aufgabe, die sinkenden Erträge und den schwächeren Börsenwert zu stabilisieren, während gleichzeitig ein neuer Finanzvorstand gesucht wird. Die Gründerfamilie hält weiterhin die Mehrheit der Anteile und sichert sich so weiterhin maßgeblichen Einfluss auf die strategischen Entscheidungen.

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