Hessischer Kunstwettbewerb bringt Familiengeschichten von Vertreibung auf die Leinwand
Esther SchülerHessischer Kunstwettbewerb bringt Familiengeschichten von Vertreibung auf die Leinwand
Ein neuer Kunstwettbewerb in Hessen ermutigt junge Menschen, ihre Familiengeschichte zu erkunden. Unter dem Titel „Heimat mit jungen Augen: Erinnern. Erzählen. Malen.“ ruft der Wettbewerb Kinder und Jugendliche dazu auf, Kunstwerke basierend auf den Erfahrungen ihrer Großeltern oder Urgroßeltern mit Vertreibung zu gestalten. Die Initiative steht im Zeichen des 85. Jahrestags des sowjetischen „Umsiedlungsbeschlusses“ von 1941, durch den ethnische Deutsche aus der Wolgaregion zwangsumgesiedelt wurden.
Der Wettbewerb wurde von Andreas Hofmeister, Mitglied des Hessischen Landtags, ins Leben gerufen. Ziel ist es, jüngere Generationen mit den Geschichten von Flucht, Vertreibung oder Deportation zu verbinden, die in vielen hessischen Familien bis heute nachwirken. Fast jeder dritte Hessin und Hesse hat persönliche oder familiäre Bezüge zu solchen Erlebnissen.
Einsendungen werden vom 4. Mai 2026 bis zum 30. Juni 2026 entgegengenommen. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler in drei Kategorien: Grundschule, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. In jeder Kategorie werden erste, zweite und dritte Preise vergeben.
Eine unabhängige Jury, der unter anderem der hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck und Staatssekretär Martin Rößler angehören, wird die eingereichten Werke bewerten. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten eine Urkunde, ein kleines Geschenk sowie eine Einladung zur Preisverleihung nach Wiesbaden.
Der Wettbewerb fällt mit dem Jahrestag des Beschlusses von 1941 zusammen, der ethnische Deutsche, die seit über zwei Jahrhunderten in den Wolgagebieten lebten, aus ihrer Heimat riss.
Die Initiative bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich durch kreative Ausdrucksformen mit historischen Vertreibungserfahrungen auseinanderzusetzen. Die Preisträger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Wiesbaden ausgezeichnet, wobei alle Schulstufen berücksichtigt werden. Das Projekt will Familienerinnerungen bewahren und zugleich an ein prägendes Ereignis der europäischen Geschichte erinnern.






