Hessens neues Logo kostet 300.000 Euro – und löst Streit über Steuergeld aus
Tilly HörleHessens neues Logo kostet 300.000 Euro – und löst Streit über Steuergeld aus
Die hessische Landesregierung hat ein modernisiertes Landeswappen und ein neues Corporate Design vorgestellt – zu Kosten von rund 300.000 Euro. Die Aktualisierung ersetzt ein 22 Jahre altes Design, das nach Angaben von Beamten den Anforderungen der digitalen Kommunikation nicht mehr gerecht werde. Doch der Schritt stößt bei Verbraucherschützern auf scharfe Kritik.
Der Bund der Steuerzahler Hessen prüft nun, ob die Ausgaben für den Relaunch gerechtfertigt sind. Der Landesvorsitzende Joachim Papendick hinterfragte sowohl den Zeitpunkt als auch die Höhe der Kosten und argumentierte, öffentliche Mittel müssten stattdessen in zentrale Aufgaben wie Bildung, Infrastruktur und Sicherheit fließen.
Papendick betonte, die Landesregierung müsse sich insbesondere in Zeiten finanzieller Belastungen und steigender Schulden auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Das neue Logo und Design bezeichnete er als oberflächliche Veränderung, die den Bürgern in schwierigen Zeiten kaum greifbaren Nutzen bringe.
Obwohl der Verband die Notwendigkeit einer modernen visuellen Identität anerkennt, besteht er darauf, dass die Ausgaben die Prioritäten der Bevölkerung widerspiegeln müssen. Sollte der Relaunch als überzogen eingestuft werden, könnte er sogar in die jährliche Publikation "Geldverschwendung: Das Schwarzbuch" aufgenommen werden – eine Sammlung fragwürdiger Verwendung von Steuergeldern.
Das bisherige Design war seit 2002 in Gebrauch, galt jedoch als veraltet für heutige digitale Standards. Konkrete Details zu den optischen Änderungen oder deren Auswirkungen auf öffentliche Einrichtungen bleiben jedoch unklar.
Das Rebranding-Projekt wird nun einer weiteren Prüfung durch den Steuerzahlerbund unterzogen. Sollte es als nicht ausreichend begründet eingestuft werden, könnte es in den nächsten Bericht über öffentliche Verschwendung aufgenommen werden. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Modernisierungsbestrebungen und Haushaltsdisziplin in Hessen auf.






