Hessens Chemie- und Pharmaindustrie kämpft mit dreijähriger Rezession und drohender Deindustrialisierung
Hilma PergandeHessens Chemie- und Pharmaindustrie kämpft mit dreijähriger Rezession und drohender Deindustrialisierung
Hessens chemische und pharmazeutische Industrie steckt weiter in der Krise fest. Die Produktion und die Umsätze sind erneut gesunken und verlängern damit eine dreijährige Rezession – mit wenig Aussicht auf Besserung. Unternehmensvertreter fordern nun die Politik auf, dringend zu handeln, bevor sich die Lage weiter verschärft.
Die jüngsten Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang in der gesamten Branche. Bis August 2025 sank die Produktion um 2,6 Prozent, während die Umsätze um 2,4 Prozent zurückgingen. Seit 2021 ist die traditionelle chemische Produktion um fast 30 Prozent geschrumpft.
Die meisten Unternehmen rechnen kurzfristig mit keiner Erholung. Ganze 89 Prozent erwarten stagnierende oder rückläufige Produktion, ein ebenso hoher Anteil prognostiziert stagnierende oder sinkende Gewinne. 81 Prozent gehen von keinen Umsatzsteigerungen aus. Die Hälfte der befragten Firmen plant zudem weitere Stellenstreichungen – nach einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 1,5 Prozent in diesem Jahr.
Branchenverbände fordern nun rasches politisches Eingreifen. Gefordert werden niedrigere Energiekosten, ein wettbewerbsfähigeres Emissionshandelssystem, bessere Infrastruktur und weniger Bürokratie. Ohne diese Maßnahmen drohe der Region eine weitere Deindustrialisierung, warnen sie.
Von einer Entspannung der Lage ist die Branche weit entfernt. Mit sinkender Produktion, schrumpfenden Gewinnen und rückläufiger Beschäftigung drängen die Unternehmen auf Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Die nächsten Schritte der Politik werden entscheiden, ob sich die Industrie stabilisieren kann – oder ob der Abwärtstrend sich noch verschärft.






