13 April 2026, 16:12

Hessen verliert jede achte Apotheke – und die Folgen sind dramatisch

Das Generik-Apotheke-Schild an einem Gebäude in einer städtischen Gegend mit sichtbarer Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren Himmel.

Hessen verliert jede achte Apotheke – und die Folgen sind dramatisch

Hessen hat in den vergangenen zehn Jahren fast jede achte öffentliche Apotheke verloren. Der Rückgang hat einige Gemeinden ohne lokale Apotheke zurückgelassen und zwingt die Bewohner, weitere Wege für lebensnotwendige Medikamente auf sich zu nehmen. Branchenvertreter warnen, dass sich der Trend nicht abschwächt.

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Im Jahr 2014 gab es in Hessen noch 1.514 öffentliche Apotheken. Bis Januar 2024 war ihre Zahl auf 1.331 gesunken – ein Verlust von 183 Standorten. Der Rückgang um 12 Prozent trifft vor allem ländliche Regionen hart, wo die Einwohner nun längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen, um pharmazeutische Versorgung zu erhalten.

Die Schließungen führen zu Verzögerungen bei der Medikamentenversorgung, insbesondere für Patienten, die dringend behandlungsbedürftig sind. Weniger Apotheken bedeuten auch weniger persönliche Beratung durch Apotheker, was die Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung mindert.

Jede Schließung hat zudem Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Apotheken sind wichtige Akteure in den Innenstädten, und ihr Verschwinden führt zu Arbeitsplatzverlusten und schwächt das Geschäft benachbarter Läden. In manchen Kommunen gibt es überhaupt keine Apotheke mehr, sodass ganze Gemeinden unterversorgt sind.

Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbands (HAV), betont, dass der Rückgang ungebremst anhält. Der HAV will 2025 stärker für politische und wirtschaftliche Unterstützung der Apotheker kämpfen, um den Sektor zu stabilisieren, bevor weitere Schließungen folgen.

Der Verlust von 183 Apotheken in zehn Jahren hat die Gesundheitsversorgung in Hessen grundlegend verändert. Betroffene Einwohner müssen nun weitere Wege für Rezeptmedikamente zurücklegen, während lokale Unternehmen unter den wirtschaftlichen Folgen leiden. Ob die verbleibenden Apotheken langfristig überleben können, hängt davon ab, ob es dem HAV gelingt, bessere Rahmenbedingungen durchzusetzen.

Quelle