03 April 2026, 04:11

Hessen droht bis 2028 ein Fachkräftemangel von 264.000 Arbeitskräften – was jetzt helfen soll

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigtenzahlen in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Hessen droht bis 2028 ein Fachkräftemangel von 264.000 Arbeitskräften – was jetzt helfen soll

Deutschland steht vor einem wachsenden Fachkräftemangel – allein in Hessen wird bis 2028 eine Lücke von 264.000 Fachkräften erwartet. Beim Offenbacher Dialog am 26. Oktober 2023 kamen Wirtschaftsvertreter und Verantwortliche aus der Politik zusammen, um über die drängenden Herausforderungen bei der Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften zu diskutieren. Die Veranstaltung machte deutlich: Reformen in den Bereichen Ausbildung, Zuwanderung und betriebliche Integration sind dringend notwendig.

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Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK), Kirsten Schoder-Steinmüller, warnte, der Fachkräftemangel habe mittlerweile "krisenhafte Ausmaße" erreicht. Sie forderte eine zügigere und weniger bürokratische Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und rief Unternehmen dazu auf, eine willkommenskulturelle Umgebung für ausländische Arbeitskräfte zu schaffen. Zudem betonte sie die Bedeutung der beruflichen Ausbildung und kontinuierlicher Weiterqualifizierung als zentrale Lösungsansätze.

Laut den Arbeitsagenturen in Hessen blieben aktuell rund 50.000 Stellen unbesetzt – ein Abbild des bundesweiten Mangels in 30 Schlüsselfachberufen. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu diesen Engpässen vor, doch im Jahr 2024 waren in Deutschland durchschnittlich 693.676 offene Stellen gemeldet. Thomas Iser, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in Offenbach, räumte ein, dass es schwierig bleibe, qualifizierte Migranten für diese Positionen zu gewinnen.

Matthias Derzbach von der Manroland Sheetfed GmbH sprach sich für eine Stärkung des dualen Ausbildungssystems aus, um dem Mangel entgegenzuwirken. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) präsentierte unterdessen einen Regierungsplan zur Entwicklung regionaler Talentpools. Beide Ansätze zielen darauf ab, langfristig eine stabile Fachkräftebasis zu sichern – angesichts steigender Nachfrage.

Der Offenbacher Dialog unterstrich die Notwendigkeit schneller Maßnahmen in den Bereichen Zuwanderung, Qualifizierung und Unternehmens kultur. Mit der Prognose von 264.000 fehlenden Fachkräften in Hessen bis 2028 stehen Wirtschaft und Politik unter Zugzwang, die Einstellungsverfahren zu vereinfachen. Im Fokus stehen nun digitale Lösungen und der Ausbau beruflicher Bildungsprogramme, um den Bedarf zu decken.

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