04 April 2026, 16:11

Gericht hebt Konzertverbot für Roger Waters in Frankfurt überraschend auf

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das zahlreiche rechteckige Betonsteine in einem Gittermuster zeigt.

Gericht hebt Konzertverbot für Roger Waters in Frankfurt überraschend auf

Ein deutsches Gericht hat das Veranstaltungsverbot für das geplante Konzert von Roger Waters in Frankfurt aufgehoben. Die Entscheidung fällt nachdem lokale Behörden den Auftritt am 28. Mai zunächst abgesagt hatten – mit Verweis auf die politischen Ansichten des Musikers. Kritiker hatten Waters zuvor antisemitische Hetze vorgeworfen, insbesondere wegen seiner Unterstützung für palästinensische Rechte und die BDS-Bewegung.

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Der Streit begann, als die Frankfurter Behörden Waters' Konzert untersagten. Sie begründeten dies mit seinem "anhaltend israelfeindlichen Verhalten" und dem Versuch, andere Künstler unter Druck zu setzen, Israel zu boykottieren. Politiker warfen ihm zudem vor, seine Kritik an der israelischen Politik gehe in Richtung Diskriminierung.

Waters wehrte sich mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Absage – und hatte damit Erfolg: Das Gericht urteilte, sein Auftritt verherrliche oder verharmlose keine NS-Verbrechen. Die Richter fanden zudem keine Belege dafür, dass Waters sich mit der NS-Ideologie identifiziere.

Die Kehrtwende folgt auf eine Welle der öffentlichen Unterstützung für den Musiker. Über 35.000 Menschen und Dutzende Kulturschaffende hatten eine Petition für die Aufhebung des Verbots unterzeichnet. Der Fall stellt einen weiteren Rückschlag für deutsche Behörden dar, die versuchen, pro-palästinensisches Engagement durch rechtliche oder administrative Maßnahmen einzuschränken.

Trotz früherer politischer Kontroversen sah sich Waters in Deutschland seit mindestens fünf Jahren keinen vergleichbaren Verboten ausgesetzt. Sein anstehendes Konzert in Frankfurt kann nun wie geplant stattfinden.

Die Gerichtsentscheidung ermöglicht Waters einen Auftritt ohne Einschränkungen. Gleichzeitig wirft sie ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und politischem Aktivismus in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurden keine weiteren Auftritte des Künstlers unter ähnlichen Umständen abgesagt.

Quelle