Gedenkfeier in Rödermark erinnert an Opfer der Novemberpogrome 1938
Esther SchülerGedenkfeier in Rödermark erinnert an Opfer der Novemberpogrome 1938
Rund 150 Menschen versammelten sich in Rödermark an einem Mahnmal, um an den 85. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 zu erinnern. Die Veranstaltung ehrte jüdische Familien, die einst in Urberach und Ober-Roden lebten, bevor sie aus ihren Häusern vertrieben oder später ermordet wurden. Das Mahnmal in der Bahnhofstraße 18 dient als Mahnung an die Opfer von Verfolgung und Deportation.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden fast alle jüdischen Bewohner Urberachs und Ober-Rodens gewaltsam vertrieben. Familien mit Namen wie Adler, Hecht, Katz und Strauß hatten zuvor in der Region gelebt. Viele von ihnen wurden später in Vernichtungslager im Osten deportiert – keiner von ihnen überlebte.
Bei der Gedenkfeier betonte Bürgermeister Jörg Rotter die Verpflichtung, dem Schwur "Nie wieder" gegen Antisemitismus gerecht zu werden. Er verurteilte jüngste Feiern der terroristischen Anschläge der Hamas in deutschen Städten und forderte sofortiges Handeln. Stadtrat Sven Sulzmann verlas die Namen der Opfer und zitierte dabei den Talmud: "Ein Mensch wird erst vergessen, wenn sein Name vergessen wird."
Die Veranstaltung endete mit einem interreligiösen Gebet, verfasst von einem Frankfurter Rabbiner. Pfarrer Oliver Mattes führte die gemeinschaftliche Lesung an und vereinte die Anwesenden in stiller Erinnerung.
Die Zusammenkunft in der Bahnhofstraße 18 hielt das Andenken an die jüdischen Familien wach, die einst Teil der Gemeinschaft waren. Ihre Namen und Geschichten wurden geteilt, um sicherzustellen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig rief die Veranstaltung dazu auf, auch heute wachsam gegen Hass und Hetze zu bleiben.






