10 May 2026, 18:10

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und strukturelle Benachteiligung bleiben

Apothekerin in weißem Kittel bei der Beratung einer sitzenden Frau in einer Apotheke mit Regalen voller Schachteln im Hintergrund.

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und strukturelle Benachteiligung bleiben

Frauen prägen die deutsche Apothekenbranche – doch Lohnungleichheit und strukturelle Hürden bleiben

Fast neun von zehn Beschäftigten in deutschen Apotheken sind Frauen. Doch trotz ihrer zentralen Rolle kämpfen sie weiterhin mit Lohnungleichheit und strukturellen Benachteiligungen. Zum Internationalen Frauentag hat Adexa, der Verband für Apothekenmitarbeiter, mehr Anerkennung und faire Arbeitsbedingungen für diese Fachkräfte gefordert.

Laut dem Deutschen Apothekerverband (ABDA) sind 2024 89,2 Prozent aller Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken weiblich. In bestimmten Berufen ist der Frauenanteil noch höher: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind Frauen. Auch unter den approbierten Apothekerinnen liegt der Anteil bei 74,1 Prozent, und 74,8 Prozent der Auszubildenden sind weiblich.

Diese Fachkräfte übernehmen täglich verantwortungsvolle Aufgaben: Sie beraten Patienten, sichern die Arzneimittelversorgung und organisieren den Apothekenbetrieb. Viele stemmen diese Aufgaben zusätzlich zu unbezahlter Care-Arbeit. Frauen leisten nach wie vor zwei Drittel der Kinderbetreuung, übernehmen mehr Hausarbeit und tragen den Großteil der Pflege von Angehörigen. Das zwingt sie oft zu reduzierten Arbeitszeiten oder Teilzeitstellen – mit langfristigen Folgen für ihre Karriere.

Hinzu kommen Lohnunterschiede. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke in Deutschland beträgt 16 Prozent – Frauen verdienen damit 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei gleicher Arbeit. Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, betont, dass echte Wertschätzung mehr erfordert als bloße Lippenbekenntnisse: „Es reicht nicht, die Leistungen von Frauen zu loben – wir müssen die strukturelle Diskriminierung bei Löhnen und Arbeitsbedingungen endlich angehen.“

Die Kampagne von Adexa rückt die unverzichtbare, aber oft unterbewertete Arbeit von Frauen in Apotheken in den Fokus. Da fast alle PKA und PTA weiblich sind, tragen sie maßgeblich zur flächendeckenden Patientenversorgung bei. Der Verband erhöht mit seiner Forderung nach fairen Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen nun den Druck auf Arbeitgeber und Politiker, endlich zu handeln.

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