Frankfurts Paradieshof bekommt nach 15 Jahren Leerstand eine neue Chance
Hilma PergandeFrankfurts Paradieshof bekommt nach 15 Jahren Leerstand eine neue Chance
Frankfurts lang leer stehender Paradieshof könnte nach Jahren gescheiterter Umnutzungsversuche endlich neues Leben erhalten. Die Stadt hat ein neues Ausschreibungsverfahren gestartet, um das Gelände in der Paradiesgasse 23 umzugestalten – mit dem Ziel, Wohnraum, Kultur und Gewerbeflächen zu verbinden. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Projekt dem Altstadtviertel Sachsenhausen neuen Schwung verleiht, ohne die Mieten in die Höhe zu treiben.
Seit 2008 steht der Paradieshof leer, obwohl es immer wieder Versuche gab, ihn einer neuen Nutzung zuzuführen. 2015 gewann die European School of Design einen Wettbewerb mit einem Konzept für das Areal, doch das Vorhaben wurde nie umgesetzt. Öffentliche Unterlagen zum Entwurf sind nicht mehr auffindbar – die Immobilie blieb über 15 Jahre ungenutzt.
Nun setzt die Stadt auf einen anderen Ansatz: Ab dem 20. Mai startet ein neues konzeptionelles Vergabeverfahren, das einen Mix aus Wohnungen sowie Flächen für Gastronomie, Kultur oder Dienstleistungen sucht. Ziel ist eine Bebauung, die sich harmonisch in das Viertel einfügt und gleichzeitig den Paradiesplatz mit seiner Umgebung aufwertet.
Um die Beteiligung zu fördern, wird die Stadt vor der offiziellen Ausschreibung eine Interessensbekundung ermöglichen. Dokumente dazu sind auf der Website Frankfurts sowie im Portal des Amtes für Bau und Immobilien abrufbar. In politischen Diskussionen wurde zudem eine stärkere kulturelle Ausrichtung der Neugestaltung gefordert.
Finanzielle Unterstützung soll das Projekt realisierbar machen: Der Stadtrat hat eine mögliche Förderung von bis zu 4,5 Millionen Euro bewilligt – vorausgesetzt, der Investor verpflichtet sich zu Mietpreisbremse. Damit soll die langfristige Tragfähigkeit des Standorts gesichert werden.
Die Ausschreibung ist ein weiterer Anlauf, einen Ort zu beleben, der sich jahrelang jeder Veränderung widersetzte. Mit gesicherten Mitteln und einem klaren Fokus auf gemischte Nutzung hofft die Stadt, den Paradieshof zu einem lebendigen Teil Alt-Sachsenhausens zu machen. Der Erfolg hängt nun von den eingereichten Vorschlägen ab, sobald die Bewerberphase beginnt.