13 March 2026, 14:10

Frankfurter Polizei setzt bei Großrazzia erstmals bundesweite Gesichtserkennung ein

Eine Gruppe von Polizisten in Helmen und Schilden steht in einer Straße bei Nacht, mit Gebäuden, Laternenmasten und Fahrzeugen im Hintergrund, einem Objekt links und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Mehr als 400 Kontrollen im Bahnhofsviertel am Donnerstag - Frankfurter Polizei setzt bei Großrazzia erstmals bundesweite Gesichtserkennung ein

Hessische Polizei startet Großrazzia gegen Drogenhandel im Frankfurter Bahnhofsviertel

Zum ersten Mal setzten Beamte bei einer großangelegten Razzia in Frankfurt am Main eine bundesweite Gesichtserkennungsssoftware ein, um Verdächtige zu identifizieren. An der Aktion im Bahnhofsviertel – einem bekannten Brennpunkt für illegalen Drogenhandel – beteiligten sich rund 200 Polizistinnen und Polizisten.

Die Razzia fand am Donnerstagabend statt. Insgesamt wurden 414 Personen kontrolliert. Dabei kam es zu 36 Strafanzeigen, zudem wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Die Beamten beschlagnahmten außerdem in mehreren Fällen Betäubungsmittel und verschreibungspflichtige Medikamente.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Innenminister Roman Poseck (CDU) verfolgten die Operation vor Ort. Rhein betonte im Anschluss die Bedeutung einer stärkeren Polizeipäsenz, schärferer Kontrollen und moderner Technologie für mehr öffentliche Sicherheit. Poseck bezeichnete die Razzia als "klares Signal an alle, die in der Region gegen das Gesetz verstoßen".

Der Einsatz von Gesichtserkennung durch die deutsche Polizei hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Seit das EU-weite Verbot der Technologie im Februar 2026 aufgehoben wurde, ist Frankfurt Vorreiter: Die Nutzung stieg hier um 150 Prozent – weit über dem Bundesschnitt von 80 Prozent. Die Stadt setzte das System bereits bei Großveranstaltungen ein, darunter das Oktoberfest 2025.

Erstmals kam bei der Aktion ein bundesweiter Pilotversuch zur Echtzeit-Gesichtserkennung im Polizeieinsatz zum Einsatz. Mit strengeren Kontrollen und modernen Hilfsmitteln wollen die Behörden die Kriminalität in Problemvierteln weiter zurückdrängen. Die Polizei kündigte an, dass im Rahmen der laufenden Ermittlungen weitere Razzien folgen könnten.

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