23 March 2026, 02:10

Frankfurt sagt Roger Waters-Konzert wegen Antisemitismus-Vorwürfen ab

Plakat, das ein Konzert in München, Deutschland ankündigt, mit Text, der das Ereignis und seine Bedeutung beschreibt.

Frankfurt sagt Roger Waters-Konzert wegen Antisemitismus-Vorwürfen ab

Roger Waters' geplantes Konzert in Frankfurt abgesagt – Vorwurf des antisemitischen Hasses

Das geplante Konzert von Roger Waters in Frankfurt wurde abgesagt, nachdem Stadtvertreter ihm antisemitische Hetze vorwarfen. Die Entscheidung traf Ende Februar der Frankfurter Stadtrat gemeinsam mit der hessischen Landesregierung. Sie folgt auf jahrelange Kontroversen um Waters' Kritik an der israelischen Politik. Unterstützer des Musikers werfen der Stadt nun Zensur vor und warnen vor einer Einschränkung der Meinungs- und Kunstfreiheit.

Die Absage begründet sich mit Waters' langjähriger Kritik an dem, was er als "israelisches Apartheidregime" bezeichnet, sowie seiner Unterstützung für die Boykottbewegung Boycott, Divestment and Sanctions (BDS). Beamte verwiesen auf sein "beharrliches antiisraelisches Verhalten" und den Vorwurf, er übe Druck auf andere Künstler aus, um Auftritte in Israel zu vermeiden. Waters selbst betont wiederholt, seine Kritik richte sich ausschließlich gegen die israelische Regierung – nicht gegen jüdische Menschen oder den jüdischen Glauben.

Als Reaktion startete die Journalistin Katie Halper eine Petition, die die Rücknahme der Entscheidung fordert. Bisher unterzeichneten über 32.000 Menschen, darunter Musiker, Wissenschaftler und Menschenrechtsaktivisten. Halper und der Autor Vijay Prashad argumentierten im Magazin Counterpunch, die Absage setze ein gefährliches Präzedenzfall für die Meinungsfreiheit.

Waters hat rechtliche Schritte eingeleitet und beim Frankfurter Stadtrat eine einstweilige Verfügung beantragt. Eine gerichtliche Stellungnahme wird bis Freitag erwartet. Unterdessen warnen Künstler und Aktivisten davor, dass die Gleichsetzung von Israelskritik mit Antisemitismus legitime Debatten zum Schweigen bringe.

Laut verfügbaren Unterlagen hat in den vergangenen fünf Jahren keine andere deutsche Stadt Veranstaltungen von Künstlern abgesagt, die israelische Politik kritisieren oder BDS unterstützen. Die Petition verweist darauf, dass Waters' Positionen mit denen anerkannter Menschenrechtsorganisationen übereinstimmen, und stellt die Begründung für das Verbot infrage.

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Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen freier Meinungsäußerung und Vorwürfen der Diskriminierung bei öffentlichen Veranstaltungen. Waters' Klage wird entscheiden, ob das Konzert doch noch stattfindet. Die wachsende Unterstützung für die Petition zeigt meanwhiles die breitere Sorge um künstlerische Zensur. Das Ergebnis könnte prägen, wie deutsche Behörden künftig mit ähnlichen Fällen umgehen.

Quelle