Flüchtling aus Syrien repariert in Bremen Geräte – und schützt so die Umwelt
Hilma PergandeFlüchtling aus Syrien repariert in Bremen Geräte – und schützt so die Umwelt
Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan hinter der Heilig-Geist-Kirche ein Repair-Café. Die Initiative unterstützt Anwohner dabei, kaputte Geräte kostenlos zu reparieren – und fördert so Recycling und Müllvermeidung. Ab Juli werden neue „Recht auf Reparatur“-Gesetze seine Arbeit noch erleichtern, da Hersteller dann verpflichtet sind, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter zu reparieren sind.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er aus Damaskus geflohen war, wo er als Elektroniker und Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Acht Monate später eröffnete er das Repair-Café und stellte sein Können der Gemeinschaft zur Verfügung. Mittlerweile hat das Café jeden Samstagmorgen und an Werktagen nach Feierabend geöffnet.
Zu seinem Team gehören seine Frau Reham Alsalti und ein Praktikant namens Andrii. Gemeinsam helfen sie Besuchern, alles von Toastern bis zu Laptops zu reparieren. Falls Ersatzteile benötigt werden, zeigt Hasan den Leuten, wo sie diese kaufen können, oder unterstützt sie bei der Bestellung.
Der 50-Jährige ist inzwischen deutscher Staatsbürger und hat keine Pläne, nach Syrien zurückzukehren – zu groß seien die Defizite bei der Grundversorgung. Im Dezember 2024 trat er der SPD bei, deren soziale und ökologische Werte er teilt. Für ihn ist das Reparieren und Wiederverwenden von Geräten nicht nur praktisch, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz.
Das neue „Recht auf Reparatur“-Gesetz, das im Juli in Kraft tritt, wird Hasans Mission stärken, indem es sicherstellt, dass Produkte langlebiger und reparierbar sind. Sein Café wird weiterhin kostenlose Reparaturen anbieten, um den Bürgern Geld zu sparen und Abfall zu reduzieren. Mit einem wachsenden Team und stärkerer rechtlicher Unterstützung steht das Projekt vor einer Ausweitung seines Einflusses in Bremen.






