Fachkräftemangel: Warum Hochschulabsolventen bessere Jobchancen in Deutschland haben
Carmine WeißFachkräftemangel: Warum Hochschulabsolventen bessere Jobchancen in Deutschland haben
Deutschlands Ansatz bei der Fachkräfteeinwanderung verlagert sich auf die Hochschulen. Neue Daten zeigen, dass internationale Absolventen deutscher Hochschulen deutlich bessere Jobchancen haben als Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Angesichts des wachsenden Mangels an MINT-Fachkräften gilt das Hochschulstudium zunehmend als zentraler Weg, um Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland belegen MINT-Fächer – genau die Bereiche, in denen das Land derzeit rund 148.500 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Bis 2035 werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte aus dem Erwerbsleben ausscheiden, was die Fachkräftekrise weiter verschärft. Zwar gelingt es Deutschland gut, ausländische Studierende anzuziehen, doch nach dem Abschluss bleiben viele nicht im Land.
Wer während des Studiums Praktika absolviert, an praxisnahen Forschungsprojekten mitwirkt oder jobspezifische Tätigkeiten ausübt, hat deutlich bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Dagegen haben Studierende, die aus finanzieller Not auf fachfremde Nebenjobs angewiesen sind, größere Schwierigkeiten beim Berufseinstieg. Auch Sprachkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle: Gute Deutschkenntnisse erhöhen die Einstellungschancen – selbst bei Stellen, die auf Englisch ausgeschrieben sind.
Absolventen, die über den Hochschulweg nach Deutschland kommen, möchten 1,6-mal häufiger langfristig im Land bleiben. Dieser Trend veranlasst die Politik zunehmend, Universitäten als zentralen Baustein des Fachkräfte-Zuwanderungssystems zu betrachten.
Der Zusammenhang zwischen Hochschulabschluss und Berufserfolg ist offensichtlich: Internationale Absolventen in Deutschland finden dreimal so häufig eine Anstellung wie Migranten, die direkt zur Arbeit einreisen. Angesichts anhaltender Fachkräftelücken rücken die Hochschulen immer stärker in den Mittelpunkt der deutschen Strategie, qualifizierte Talente im Land zu halten.






