17 June 2026, 19:43

Europas Industrie warnt vor Scheitern der klimafreundlichen Transformation durch EU-Politik

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Emissionshandels

Europas Industrie warnt vor Scheitern der klimafreundlichen Transformation durch EU-Politik

Über 36 führende europäische Industrieunternehmen haben in einem Schreiben an die EU-Spitze vor einer Gefährdung der industriellen Transformation gewarnt. Der Brief, adressiert an EU-Ratspräsident António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides, verweist auf gravierende Infrastrukturdefizite. Darin heißt es, die aktuellen Rahmenbedingungen seien unzureichend, um die Umstellung auf eine klimafreundlichere Produktion zu bewältigen.

Zu den Unterzeichnern zählen Konzerne wie ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp. Sie kritisieren, dass die Netze für Strom, Wasserstoff und den CO₂-Transport nicht ausreichen. Zudem passe das EU-Emissionshandelssystem (ETS) nicht mehr zu den globalen Realitäten, da Europa als einzige Region die CO₂-Kosten rasant erhöhe.

Nach den EU-Vorgaben müssen Industrieanlagen Verschmutzungsrechte erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. Mit dem Klimapaket Fit für 55 wurden die kostenlosen Zuteilungen schrittweise abgeschafft, sodass die meisten Unternehmen die Zertifikate nun auf dem Markt kaufen müssen. Sinken die Emissionen langsamer als das Angebot an Zertifikaten, steigen die Kosten stark an.

Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein – eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe, die Länder mit eigenem Emissionshandel teilweise ausnimmt. Dennoch fordern die Unternehmen nun dringende Maßnahmen, um weitere Schäden für den europäischen Industriestandort während der anstehenden ETS-Reform zu verhindern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In dem Appell wird ein Stopp der weiteren Kostensteigerungen im aktuellen System gefordert. Ohne verbesserte Infrastruktur und angepasste politische Rahmenbedingungen warnen die Unterzeichner vor dauerhaften Schäden für die europäische Industrie. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU ihre Reform des Emissionshandels vorbereitet.

Quelle