EU führt digitale Identitäts-Wallet ein – Start für 2027 geplant
Die EU entwickelt ein neues digitales Identitätssystem, das die Online-Identifizierung für Bürger vereinfachen und sicherer machen soll. Die EU-Digital Identity Wallet wird es Nutzern ermöglichen, ihre Identität nachzuweisen, Dokumente zu verwalten und persönliche Daten in digitalen Diensten zu kontrollieren. Der Start ist für Januar 2027 geplant; erste Testläufe laufen bereits.
An dem Projekt arbeiten die EU und ihre Mitgliedstaaten gemeinsam an einem einheitlichen digitalen Ausweissystem, das sowohl online als auch offline genutzt werden kann. Jedes Land wird auf Basis gemeinsamer Standards eine eigene Wallet einführen. Die Bundesdruckerei baut die technische Infrastruktur auf, die die Personendaten für das System verarbeitet.
Die Wallet soll zudem mit einer Altersverifikations-App verknüpft werden, um den Zugang zu Erwachsenen-Websites einzuschränken. Allerdings erlitt die erste Version dieser App einen Rückschlag, als sie kurz nach der Vorstellung durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gehackt wurde.
Parallel treibt die EU ihre Pläne für Chatkontrollen voran. Damit sollen digitale Kommunikation überwacht werden – unter anderem durch Methoden wie das Umgehen von Verschlüsselung mithilfe von Client-Side-Scanning. Die rechtliche Grundlage für die freiwillige Chatüberwachung lief im April aus, doch ab Ende Juni beginnen die Verhandlungen über dauerhafte Regelungen.
Die EU-Digital Identity Wallet soll bis Januar 2027 in allen Mitgliedstaaten eingeführt werden. Sie verspricht Bürgern eine sichere Möglichkeit, ihre Identität zu bestätigen und Dokumente zu verwalten. Unterdessen werden die Diskussionen über die Chatüberwachungsvorschriften noch in diesem Monat fortgesetzt.






