04 April 2026, 12:11

Erstes Geisterrad in Sachsen-Anhalt mahnt nach tödlichem Radunfall

Eine Gruppe von Radfahrern fährt eine Straße entlang, mit Zuschauern am Straßenrand, einige tragen Helme und halten Fahnen, vor einem Hintergrund aus Bäumen, Gebäuden, Schildern, Verkehrszeichen und einer Fahne.

Erstes Geisterrad in Sachsen-Anhalt mahnt nach tödlichem Radunfall

In Zwintschöna am Friedrichsbad ist ein Geisterrad aufgestellt worden – ein weiß gestrichenes Fahrrad, das an die Stelle erinnert, an der im vergangenen Jahr ein 64-jähriger Radfahrer ums Leben kam. Der ADFC installierte das Mahnmal am 1. April 2026, um an das Opfer eines tödlichen Unfalls auf der Landesstraße 167 zu erinnern. Die Initiative fordert nun dringende Maßnahmen, um weitere Tragödien zu verhindern.

Der Unfall ereignete sich am 20. Juni 2025, als der Radfahrer auf der Landesstraße 167 mit einem Auto kollidierte. Aktuell gilt auf der Strecke ein Tempolimit von bis zu 100 km/h – eine Geschwindigkeit, die der ADFC für unvereinbar mit der Sicherheit gefährdeter Verkehrsteilnehmer hält. Die Organisation verlangt daher eine sofortige Reduzierung auf 70 km/h an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad.

Zudem kritisiert der ADFC die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) dafür, dass entlang der Landesstraße 167 keine separaten Radwege gebaut wurden. Die Trennung von Rad- und motorisiertem Verkehr sei entscheidend, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. Das Geisterrad – ein weltweit bekanntes Symbol, das an Verkehrsopfer erinnert und für sichere Infrastruktur wirbt – ist Teil des Protests.

Es handelt sich offenbar um das erste Mahnmal dieser Art in Sachsen-Anhalt. Zwar gab es in anderen Regionen bereits Geisterräder, doch für das Bundesland sind bisher keine vergleichbaren Gedenkstätten dokumentiert. Langfristig strebt der ADFC die Vision Zero an: ein Verkehrssystem, das Todesfälle und schwere Verletzungen vollständig vermeidet.

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Das Geisterrad am Friedrichsbad ist zugleich Mahnmal und Appell. Der ADFC pocht darauf, dass Sachsen-Anhalt die Geschwindigkeitsbegrenzungen senkt und in geschützte Radwege investiert. Ohne solche Veränderungen, warnt die Initiative, bleibe das Risiko für weitere tödliche Unfälle auf Landstraßen bestehen.

Quelle