31 May 2026, 00:09

"Ende Gelände" eskaliert Proteste gegen fossile Gasprojekte im Ruhrgebiet

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" eskaliert Proteste gegen fossile Gasprojekte im Ruhrgebiet

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben diese Woche im Ruhrgebiet mit mehreren Protestaktionen für Aufsehen gesorgt. Die Demonstrationen richten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen und fanden an Kraftwerken, Fabriken und Verkehrs-knotenpunkten statt. Polizei und Gerichte reagierten mit Versammlungsverboten und juristischen Schritten, doch die Organisator:innen kündigten an, ihren Widerstand fortzusetzen.

Den Auftakt bildete eine Blockade des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen, wo der Betreiber den Bau einer weiteren Gaseinheit plant – ein Vorhaben, das Kritiker:innen als klimaschädlich brandmarken. Gleichzeitig installierten Aktivist:innen auf dem Gelände Solarpaneele, um auf Alternativen aus erneuerbaren Energien aufmerksam zu machen.

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In Hamm zog unterdessen eine Protestgruppe zum Hauptbahnhof und skandierte unter Transparenten wie „Energiekonzerne enteignen!“ systemische Veränderungen in der Energiepolitik ein.

In Mülheim an der Ruhr besetzten Ende Gelände-Aktivist:innen die Werksgleise des Röhrenherstellers Europipe. Eine weitere Gruppe störte den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das zur KNDS-Gruppe gehört – ein Konzern, in den die Bundesregierung Milliarden investieren will. Diese staatliche Förderung steht bei Klimaschützer:innen in der Kritik, die die Abhängigkeit von der Schwerindustrie ablehnen.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein Polizeiverbot für eine geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk. Trotz des Urteils legten die Organisator:innen Berufung ein und kündigten an, die Kundgebung wie geplant durchzuführen. Für Samstag wird eine Großdemo erwartet, zu der tausende Teilnehmer:innen sowie Umweltverbände und die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg aufrufen.

Die Proteste spiegeln den wachsenden Widerstand gegen fossile Energieträger im industriellen Kernland Deutschlands wider. Mit anstehenden Klagen und weiteren Massenprotesten droht die Konfrontation zwischen Aktivist:innen und Behörden zu eskalieren. Die geplante staatliche Finanzspritze für KNDS verschärft zudem die Debatte über die künftige Energiepolitik.

Quelle