12 March 2026, 08:09

Eltern in Offenbach kämpfen mit 20.000 Unterschriften gegen Bildungs-Kürzungen

Eine Gruppe von Menschen steht in einer Reihe auf einem Schotterweg und hält Fahnen, mit Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund, auf einem Schwarz-Weiß-Bild einer Protestkundgebung auf dem Schulgelände.

Eltern in Offenbach kämpfen mit 20.000 Unterschriften gegen Bildungs-Kürzungen

Eltern in Offenbach protestieren scharf gegen geplante Kürzungen im Bildungsbereich

Am Dienstag, dem 10. März 2026, hat der lokale Elternbeirat in Offenbach eine Petition mit über 20.000 Unterschriften gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Bildungssektor überreicht. Im Fokus stehen Kürzungen bei den Differenzierungsstunden sowie bei der Förderung über den Sozialindex an hessischen Schulen.

Die Unterschriftenliste wurde offiziell von drei Landespolitikern entgegengenommen: Andreas Ewald (Grüne), Nadine Gersberg (SPD) und Oliver Stirböck (FDP). Der Elternbeirat kritisierte die Kürzungen als ungerecht und betonte, dass besonders sozial benachteiligte Städte wie Offenbach davon überproportional betroffen seien.

Die hessische Landesregierung hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Differenzierungsstunden an integrierten Gesamtschulen um 2,1 Stunden pro Klasse zu reduzieren. Zudem sollte die Zahl der zusätzlichen Lehrstellen, die über den Sozialindex finanziert werden, von 650 auf nur noch 300 landesweit gesenkt werden. Nach massivem Druck von SPD-nahen Bürgermeister:innen und Landkreisspitzen bot das Wirtschaftsministerium später 1,5 Millionen Euro an, um die Entscheidung möglicherweise rückgängig zu machen.

Stefan Marx, Vorsitzender des Elternbeirats, bezeichnete den Sozialindex als unverzichtbares Instrument, um Schulen in schwierigen Stadtteilen funktionsfähig zu halten. Gina Seidel-Girgis, eine weitere Vertreterin des Gremiums, unterstrich, dass integrierte Gesamtschulen eine zentrale Rolle für inklusives Lernen und Chancengleichheit spielten. Jörg Schwarzwaelder, stellvertretender Vorsitzender, ordnete die Debatte in einen größeren Zusammenhang ein und betonte, dass Investitionen in Bildung stets langfristige gesellschaftliche Erträge brächten.

Andreas Ewald und Katy Walther (Grüne) übtem scharfe Kritik an der CDU-SPD-Koalition für die vorangetriebenen Kürzungen. Unterdessen kündigte die FDP-Fraktion an, das Thema in der nächsten Sitzung des hessischen Landtags auf die Tagesordnung zu setzen.

Der Elternbeirat erklärte, den politischen Druck weiter erhöhen zu wollen, bis die Pläne vollständig zurückgezogen werden.

Die Petition verzeichnete zunächst 17.801 Unterschriften, die Initiator:innen berichteten später von über 20.000 Unterstützer:innen. Die Kampagne spiegelt wachsende Sorgen über die Bildungsfinanzierung in sozial benachteiligten Gebieten wider. Die Landesregierung sieht sich zunehmend mit Widerstand von Eltern, kommunalen Verantwortlichen und mehreren Parteien konfrontiert.

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