Digitaler Euro kommt: Bundesbank plant Testphase ab 2027
Die deutsche Bundesbank hat ihre Strategie zur Lagerung von Goldreserven im Ausland verteidigt und treibt gleichzeitig die Pläne für einen digitalen Euro voran. Die Zentralbank erwartet in diesem Jahr eine politische Entscheidung über die Zukunft der Währung, während die technischen Vorbereitungen voranschreiten.
Der digitale Euro soll Europa eine Alternative zu den von den USA dominierten Zahlungssystemen bieten. Schlüsselfunktionen wie Offline-Transaktionen per Smartphone und kontaktlose Zahlungen befinden sich bereits in der Entwicklung.
Die Europäische Zentralbank (EZB) leitet das Projekt, wobei technische und rechtliche Arbeiten laufen. Bis Ende 2025 wird die Vorbereitungsphase abgeschlossen sein, gefolgt von einer EU-Gesetzgebung im Jahr 2026. Eine Testphase ist für 2027 geplant, während die vollständige Einführung für 2029 angestrebt wird.
Zu den zentralen Funktionen gehören Offline-Zahlungen über Smartphones, NFC-kontaktlose Transaktionen, QR-Code-Zahlungen sowie Peer-to-Peer-Überweisungen. Das System wird auf einer einheitlichen europäischen Infrastruktur basieren, die von den Zentralbanken des Eurosystems verwaltet wird.
Im März 2026 wird die Bundesbank ein Forum zum Stand des Projekts veranstalten, während eine Konferenz in Frankfurt am 26. desselben Monats die Umsetzung thematisieren wird. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat eine zügige Einführung gefordert, doch über länderspezifische Pilotprojekte hinaus wurden keine weiteren Tests außerhalb der EZB-Initiativen angekündigt.
Burkhard Balz, Mitglied des Bundesbank-Vorstands, bezeichnete den digitalen Euro als "digitalen Zwilling" des Bargelds und nicht als Ersatz. Er betonte, dass dieser das physische Geld nicht ablösen, sondern eine zusätzliche Option bieten werde. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass Europa derzeit keine privatwirtschaftliche, gesamt-europäische Zahlungslösung besitzt und somit auf Anbieter aus den USA angewiesen ist.
Unterdessen hat die Bundesbank ihre Haltung zur Lagerung von Goldreserven im Ausland bekräftigt und argumentiert, dass wichtige Handelszentren wie New York und London eine schnellere Mobilisierung ermöglichen. Balz lehnte es ab, Details zu Prüfungen zu erörtern, und verwies auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Partnerzentralbanken.
Der digitale Euro soll die finanzielle Widerstandsfähigkeit stärken, indem die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen verringert wird. Bei einer Genehmigung würde er 2027 in eine Testphase eintreten, bevor eine mögliche Einführung 2029 erfolgen könnte.
Die Bundesbank bleibt damit zwischen Goldreservestrategien und der Entwicklung digitaler Währungen abgewogen – spezifische Prüfverfahren werden jedoch nicht offengelegt.






