30 March 2026, 12:13

Dietzenbach ehrt mit neuem Weg den letzten jüdischen Gemeindevorsitzenden Hermann Wolf

Metallplatte an einer Gebäudewand mit hebräischer Schrift angebracht, wahrscheinlich ein Denkmal zur Ehrung jüdischer Gemeindeglieder.

Dietzenbach ehrt mit neuem Weg den letzten jüdischen Gemeindevorsitzenden Hermann Wolf

Eine neue Straße in Dietzenbach ehrt das Andenken an Hermann Wolf, den letzten Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde der Stadt vor der NS-Zeit. Als Hermann-Wolf-Weg wurde sie am 1. August 2023 offiziell eingeweiht – bei einer Feier, an der rund 20 Nachfahren Wolfs teilnahmen. Für viele von ihnen war es die erste Rückkehr in die Stadt seit ihrer Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung vor über 80 Jahren.

Hermann Wolf war eine angesehene Persönlichkeit in Dietzenbach, wo er mit seiner Frau Emma und ihren sieben Kindern in der Bahnhofstraße 71 lebte. Er betrieb einen erfolgreichen Viehhandel und war als gewählter Vorsitzender der örtlichen jüdischen Gemeinde tätig. Als dekorierter Veteran des Ersten Weltkriegs hatte er das Eiserne Kreuz Erster Klasse für seinen Einsatz erhalten.

1938 wurde die Familie Wolf aufgrund der NS-Schikanen zur Flucht aus Dietzenbach gezwungen. Gemeinsam mit anderen jüdischen Bewohner:innen musste sie die Stadt verlassen und zog nach Frankfurt. Die Verfolgung beendete ihr Leben in der Heimat, die sie über Jahre geprägt hatten.

Die Einweihung des Hermann-Wolf-Wegs brachte die Nachfahren nun erstmals seit dem Krieg zurück nach Dietzenbach. Howard Wolf, ein Enkel Hermanns, nannte die Zeremonie "ziefst bewegend und außergewöhnlich". Die Straßenbenennung stellt sicher, dass die Geschichte der Familie – und damit auch die der jüdischen Gemeinde Dietzenbachs – nicht in Vergessenheit gerät.

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Die neue Straße ist ein dauerhaftes Denkmal für Hermann Wolfs Erbe. Gleichzeitig erinnert sie an die jüdischen Familien, die einst in Dietzenbach lebten, bevor sie vertrieben wurden. Für die Nachfahren der Wolfs bot die Feier die Möglichkeit, sich mit einem Ort zu verbinden, den ihre Familie vor Jahrzehnten verlassen musste.

Quelle