Cyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Fahrzeuge gefährdet sind
Carmine WeißCyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Fahrzeuge gefährdet sind
Elektroautos könnten anfälliger für Cyberangriffe sein als andere Fahrzeuge, warnt ein neuer Bericht. Zwar gab es in den letzten fünf Jahren keine erfolgreichen großflächigen Hackerangriffe, doch Experten betonen, dass Schwachstellen in den Softwaresystemen weiterhin bestehen. Zwar haben Sicherheitsverbesserungen in den vergangenen zehn Jahren die Risiken verringert, doch bleiben Lücken bestehen.
Vernetzte Fahrzeuge setzen zunehmend auf netzwerkbasierte Funktionen wie Fahrerassistenzsysteme, die durch die Reduzierung von Unfallgefahren die Straßen sicherer gemacht haben. Doch genau diese Technologien bieten auch Angriffsflächen für Cyberkriminelle. Sicherheitslücken in Softwareschnittstellen, den sogenannten APIs, wurden entdeckt, etwa bei unzureichender Authentifizierung oder wenn Hacker allein mit der Fahrzeug-Identifikationsnummer Zugriff erlangen konnten.
Ein Angreifer, der solche Schwächen ausnutzt, könnte Funktionen in tausenden Elektroautos gleichzeitig ferngesteuert aktivieren. So ließe sich etwa die Heizung auf maximale Leistung schalten und die Batterien komplett entladen. Im Extremfall könnten ganze Modellreihen lahmgelegt werden, wenn Hacker in die IT-Infrastruktur eines Herstellers eindringen.
Trotz dieser Risiken hat die Branche Fortschritte gemacht. In den letzten 15 Jahren wurde die IT-Sicherheit vernetzter Fahrzeuge deutlich gestärkt. Klare Standards und Vorschriften regeln nun, wie Hersteller ihre Systeme schützen. Zudem arbeiten Unternehmen branchenübergreifend zusammen, um verbleibende Bedrohungen zu bekämpfen, und tauschen Erkenntnisse aus, um letzte Sicherheitslücken zu schließen.
Doch absolute Sicherheit gibt es nicht. Zwar sind seit 2019 keine öffentlichen Angriffe auf Elektroautos über API-Schwachstellen bekannt geworden, doch Experten bestätigen, dass solche Attacken theoretisch weiterhin möglich sind.
Das Unfallrisiko ist durch moderne Fahrerassistenzsysteme gesunken – ein Effekt, der die zwar wachsende, aber nach wie vor begrenzte Cybergefahr überwiegt. Die Hersteller verstärken ihre Abwehr weiter durch Zusammenarbeit und strengere Regelungen. Der Fokus liegt darauf, mögliche Angriffe zu verhindern, bevor sie stattfinden.






