CSD Lissabon 2024: Tausende protestieren für LGBTQI+-Rechte und Selbstbestimmung
Hilma PergandeCSD Lissabon 2024: Tausende protestieren für LGBTQI+-Rechte und Selbstbestimmung
Lissabons 27. CSD-Demo startete mit klarem Signal: „Kein Schweigen, keine Angst – wir existieren und wir wehren uns“
Am Samstagnachmittag um 17:00 Uhr setzte sich der 27. Christopher Street Day (CSD) Lissabons vom Marquês-de-Pombal-Platz in Bewegung. Tausende folgten dem Aufruf unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ – ein Zeichen gegen die wachsenden Bedrohungen der LGBTQI+-Rechte in Portugal.
Mit rund 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verzeichnete die diesjährige Demo einen deutlichen Zulauf, den die Organisatoren als Trend sehen. Helder Bértolo, einer der Koordinatoren, führte die gestiegene Beteiligung auf aktuelle politische Entwicklungen zurück, die von vielen als direkte Angriffe auf den Schutz queerer Menschen gewertet werden. Bereits im Vorfeld hatte das Organisationskomitee des CSD gewarnt, dass das heutige Klima Einzelpersonen und Familien besonders gefährde.
An der Demonstration beteiligten sich 17 Vereine und Kollektive, die sich für LGBTI+-Rechte, Feminismus und Antirassismus einsetzen. Ihre Präsenz unterstrich den doppelten Charakter der Veranstaltung: als Feier der Vielfalt und als Protest. Besonders brisant ist die mögliche Abschaffung des Gesetzes 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität regelt – ein Vorhaben, das Aktivistinnen, Aktivisten und Politiker gleichermaßen alarmiert.
Die Abgeordnete Joana Mortágua vom Linksblock sprach von der Traurigkeit, für Rechte kämpfen zu müssen, die gerade ausgehöhlt werden. Paulo Muacho, Parlamentarier der Partei Livre, rief zur Teilnahme auf und verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die LGBTQI+-Gemeinschaften gezielt angreife. Für viele war der Marsch daher nicht nur ein Zeichen des Stolzes, sondern auch ein notwendiger Akt des Widerstands.
Mit einer klaren Botschaft endete der CSD Lissabon 2024: Widerstand bleibt unverzichtbar. Angesichts drohender rechtlicher Rückschritte und steigender politischer Spannungen betonten Organisatoren und Teilnehmende die Notwendigkeit von Sichtbarkeit und Solidarität. Die Größe und Energie der Demonstration zeigten, dass der Kampf um LGBTQI+-Rechte in Portugal noch lange nicht vorbei ist.






