05 April 2026, 10:10

Café Amélie: Wie ein Gießener Genossenschaftsprojekt Politik und Alltag verbindet

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf der Straße, hält ein Banner mit der Aufschrift 'Solidarität und Feminismus', mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Café Amélie: Wie ein Gießener Genossenschaftsprojekt Politik und Alltag verbindet

Café Amélie – ein politisches Kooperativ-Projekt in Gießen

Seit über 15 Jahren wird das Café Amélie in Gießen als politische Genossenschaft betrieben. Im Gewerkschaftshochhaus an der Walltorstraße gelegen, entstand es 2007 im Rahmen von Protesten gegen Studiengebühren. Heute funktioniert das Café nach den Prinzipien von Solidarität, fairer Bezahlung und kollektiver Entscheidungsfindung.

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Gegründet wurde die Genossenschaft von Aktivist:innen, die sich gegen die Einführung von Studiengebühren engagierten. Von Anfang an verfolgte sie das Ziel, Werte wie Antifaschismus, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Mitglied kann werden, wer innerhalb des ersten Jahres mindestens 100 Euro in Anteile investiert.

Das Café garantiert allen Beschäftigten denselben Mindestlohn. Unabhängig von der Höhe ihrer Anteile haben alle Mitglieder gleiche Stimmrechte. Gewinne fließen nicht an Einzelpersonen, sondern werden in Projekte reinvestiert, die dem genossenschaftlichen Auftrag entsprechen – entschieden in gemeinsamen Plenarsitzungen.

Neben Speisen und Getränken bietet das Café Amélie ein breites Veranstaltungsprogramm: Podiumsdiskussionen, Kunstausstellungen, Filmabende und Konzerte. Zudem unterstützt es soziale Einrichtungen und organisiert Aktivitäten für Kinder aus einkommensschwachen Familien.

Die Genossenschaft agiert eigenständig im Gewerkschaftshochhaus, wobei die DGB-Jugend als Vermieterin fungiert. Zwar gibt es bundesweit kein formelles Netzwerk ähnlicher Initiativen, doch in Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln existieren ebenfalls solidargesteuerte Cafés und Bildungsprojekte auf Basis von Kostenfreiheit.

Das Café Amélie bleibt ein einzigartiges Modell in Gießen – eine Verbindung aus Aktivismus und Alltagskultur. Seine Struktur sorgt für Fairness bei Löhnen, Mitbestimmung und Gewinnverwendung. Das Projekt wächst weiter und schafft Raum für Kultur, Bildung und gemeinschaftliches Engagement.

Quelle