Berliner Protest zeigt: Digitale Gewalt durch Deepfakes trifft vor allem Frauen
Carmine WeißBerliner Protest zeigt: Digitale Gewalt durch Deepfakes trifft vor allem Frauen
Protest in Berlin lenkt Blick auf wachsendes Problem sexualisierter digitaler Gewalt
In Berlin hat eine Demonstration die zunehmende Bedrohung durch sexualisierte digitale Gewalt in den Fokus gerückt. Unter dem Motto "Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Betroffenen" versammelten sich Teilnehmende, um auf Fälle wie den von Collien Fernandes aufmerksam zu machen, deren Deepfake-Bilder jahrelang im Netz verbreitet wurden. Die Aktion erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über KI-generierte Übergriffe, die sich gezielt gegen Frauen im öffentlichen Leben richten.
Collien Fernandes, eine bekannte Persönlichkeit der Öffentlichkeit, wurde Opfer sexuell expliziter Deepfakes, die ohne ihre Zustimmung erstellt und geteilt wurden. Die manipulierten Inhalte hielten sich über Jahre – selbst in ihrem beruflichen Umfeld wurden sie unter falschen Vorwänden verbreitet. Ihr Fall ist seitdem zu einem zentralen Bezugspunkt für Aktivist:innen und Organisationen geworden, die sich gegen digitale Gewalt engagieren.
Die Nichtregierungsorganisation HateAid, die sich für den Schutz der Menschenrechte in digitalen Räumen einsetzt, steht an vorderster Front, wenn es um die Unterstützung von Betroffenen geht. Eine Psychologin und Opferberaterin der Organisation wies kürzlich auf die langfristigen Folgen solcher Verstöße hin. Sie betonte, wie Deepfake-Technologie Belästigung verschärft und es Opfern zusätzlich erschwert, die Kontrolle über ihr eigenes Bild zurückzugewinnen.
Die Journalistin Franziska Martin berichtet seit Langem über die KI-Branche und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. Die in Hamburg ansässige Reporterin arbeitete zuvor im Technologie-Ressort des Manager Magazins, bevor sie ihren Schwerpunkt auf Arbeits- und Beschäftigungsthemen legte. In ihrer aktuellen Berichterstattung widmet sie sich besonders der Schnittmenge von KI und Arbeitsrechten – mit einem besonderen Augenmerk darauf, wie neue Technologien missbräuchlich eingesetzt werden.
Der Berliner Protest unterstreicht den dringenden Bedarf an stärkeren Schutzmechanismen gegen digitale Gewalt. Betroffene wie Collien Fernandes tragen langfristige Folgen davon – von Rufschädigung bis hin zu beruflichen Einschränkungen. Während KI-Tools immer zugänglicher werden, warnen Expert:innen, dass rechtliche und gesellschaftliche Schutzmaßnahmen dringend weiterentwickelt werden müssen, um weiteren Schaden zu verhindern.






