Berlin feiert Newroz erstmals mit öffentlichen Festen gegen Unterdrückung
Tilly HörleBerlin feiert Newroz erstmals mit öffentlichen Festen gegen Unterdrückung
Berlin feiert Newroz erstmals mit öffentlichen Festen
Zum ersten Mal begehen zwei große Kulturinstitutionen der Stadt, das Haus der Kulturen der Welt und das Humboldt Forum, das Newroz-Fest mit einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen. Die Feiern würdigen Traditionen, die in Ländern wie dem Iran oder Afghanistan oft unterdrückt werden, wo das Fest verboten oder eingeschränkt ist.
Das Haus der Kulturen der Welt widmet seine Newroz-Veranstaltung der persischen Kultur und weiblichen Künstlerinnen. Kuratorin Ava Irandoost beschreibt die einzigartige Atmosphäre des Festes im Iran, wo Familien zusammenkommen und die Luft vom Duft des Frühlings erfüllt ist. Das diesjährige Programm versteht sich als Akt des Widerstands gegen die jahrzehntelange Unterdrückung von Newroz durch das islamische Regime – eine Tradition mit zoroastrischen Wurzeln.
Das Humboldt Forum gestaltet einen ganzen Tag im Zeichen des Festes und arbeitet dabei mit sieben Berliner Vereinen zusammen. Die Feiern umfassen kurdische, zentralasiatische, usbekische, iranische und afghanische Bräuche. Besucher können Drachen bauen, Eier bemalen und traditionelle Tänze erleben, begleitet von klassischer Musik, kurdischem Rock und einer Podiumsdiskussion über die Bedeutung von Newroz in schwierigen Zeiten.
Newroz – auch als Nowruz oder Navroz bekannt – wird in mehr als 15 Ländern gefeiert. In Afghanistan, dem Iran, Aserbaidschan, Tadschikistan und Turkmenistan begehen über 97 Prozent der Bevölkerung das Fest. Doch unter Regimen wie der islamischen Regierung Irans oder den Taliban in Afghanistan war es wegen seiner vorislamischen Ursprünge verboten. Weitere Veranstaltungen in Berlin finden unter anderem im Gorki Theater und auf dem Oranienplatz statt, wobei der Großteil der Angebote kostenfrei zugänglich ist.
Beide Häuser veranstalten Newroz erstmals und rücken damit ein Fest in den Fokus, das in seinen Herkunftsländern oft zum Schweigen gebracht wird. Die Feiern bieten Gemeinschaften einen Raum, um Traditionen zu pflegen, die in Ländern wie dem Iran oder Afghanistan weiterhin verboten sind. Der kostenlose Zugang zu den meisten Aktivitäten sichert eine breite Teilhabe in der gesamten Stadt.






